Das unglaubwürdige Ende im Wohnmobil

Behörden und Medien behaupten in trauter Eintracht, dass sich Böhnhardt und Mundlos im Wohnmobil in Eisenach-Stregda das Leben genommen hätten. In einer geradezu faschistoiden Sprachregelung sprechen sie von der "Selbstenttarnung des NSU".

Dabei haben Zeitungen im November 2011 zahlreiche Hinweise veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass die offizielle Version nicht stimmt. Es ist ja auch wenig plausibel, dass zwei schwer bewaffnete Überzeugungstäter, die angeblich ohne Skrupel 9 Zuwanderer und 2 junge Bereitschaftspolizisten niedergeschossen haben, sich das Leben nehmen, weil zwei ältere und wenig agile Polizisten vor ihrem Wohnmobil auftauchen. Es ist inzwischen unbestreitbar, dass das BKA damals massiv und gezielt gelogen hat, um einen Selbstmord plausibel zu machen.

Die erwiesene Rußlungen-Lüge von BKA-Chef Ziercke

und was sich aus ihr alles ableiten lässt: RußindenAugenderRedakteure.pdf

40 Seiten Analyse von Zeitungsartikeln und Einordnung in den NSU-Komplex von mir recherchiert und geschrieben und im Dezember 2014 auf dem Blog des Arbeitskreises NSU erstmals veröffentlicht, mit Interview am 1.1.2015 beim Kopp-Verlag veröffentlicht.

Offiziell aufgedeckt wurde die Rußlungenlüge im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss von der Vorsitzenden Dorothea Marx. Zitate aus dem Abschlussbericht:

"Dass beide Toten vor ihrem Tod keinen Ruß und auch kein Rauchgas eingeatmet haben, wirft klassischerweise
die Frage auf, ob der Brand nicht erst nach dem Tod der beiden und damit von einem Dritten gelegt wurde,
der damit auch als Täter für die Tötungen in Betracht käme" (Band II, Nr. 2409, S. 1574)

"Gegen die These vom Suizid spricht des Weiteren, dass sich Böhnhardt und Mundlos bei den ihnen mittlerweile zugeschriebenen Banküberfällen und Morden immer als kaltblütig und gewaltbereit gezeigt haben." 
(Nr. 2411, S. 1574)

Weitere Indizien und Beweise für Tatortmanipulationen und damit gegen den behaupteten "Selbstmord" im Wohnmobil waren im Mai 2015 auch wieder in der Thüringer Allgemeinen zu lesen. Darüberhinaus gibt es (natürlich) Berge von Material auf dem Blog des Arbeitskreises NSU, u.a. zu den fehlenden Fingerabdrücken auf der angeblichen Selbstmordwaffe und eine ungeschönte gerichtsmedizinische Sicht auf die Befunde.

Wie ein Krimi

    Wolfgang Schorlau konzentriert sich auf die Unmöglichkeit der offiziellen
   Version
zu den Vorgängen im Wohnmobil, zerlegt sie gründlich und zieht
   von hier aus zentrale
weitere Anklagepunkte in Zweifel: z.B. den
   Kiesewetter-Mord und das Bombenattentat in
der Keupstraße. Genau so
   habe ich es im Dezember 2014  bereits skizziert
(s. PDF oben).

    Schorlau setzt das Krimi-Format sehr geschickt ein, um sich einerseits   
   unangreifbar
zu machen: die Namen sind alle verändert, aber jederzeit
   und mit Leichtigkeit echten
Personen zuzuordnen.
    Andererseits ist der Roman ein ideales Format, um erzählerisch das
   Nazi-Tabu zu
brechen, das in der Realität wie eine gewaltige Barriere vor
   der Aufklärung steht.
Dafür hat der Roman die schöne Olga, die anfangs
   davonläuft, weil Dengler Nazis zu
Opfern machen wolle. Schöne Pointe: 
   später treibt gerade sie die Ermittlungen immer
wieder vorwärts.

   Großartig ist auch die erzählerische Einordnung des NSU in
   Machenschaften der Geheimdienste, die Politik, die Außenpolitik und
   das Vasallenverhältnis zu den USA. Der US-Botschafter wird in einem
   Kapitel "Pontius Pilatus" als Erpresser der Bundesregierung vorgeführt.
   Starker Tobak.


    Fazit: Absolute Leseempfehlung
    (meint auch Sabine Schiffer auf den Nachdenkseiten)
   Wolfang Schorlau im Gespräch beim SWR (Interviewtext).
   Bericht zu einer Lesung in Lörrach.